SAH EIN KNAB…

Aktion in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund Deutschland e. V. und dem Grünflächenamt Berlin Mitte, Ausstellung Galerie Edition Stella A., 2001

SAH EIN KNAB Galerie

Auf der Rasenfläche vor der Galerie Stella A., zwischen Gips – und Auguststraße, habe ich mit den Teilnehmern der Aktion verschiedene Blumenzwiebeln so gesteckt, dass im folgenden Frühjahr ein musterhaftes Blumenfeld blühen könnte. Die Ordnung der Pflanzen ergab eine WINDROSE. Sie ist Wortspiel in Bezug auf den Titel der Aktion SAH EIN KNAB… (ein Röslein stehn…), den Anfang der Liedzeile des Volksliedes, andererseits altes Symbol der Seefahrer und “Orientierungshilfe” im Bermudadreieck der Galerienmeile in Berlin Mitte.

Dieser Ort ist durch seine Lage den unterschiedlichsten Beanspruchungen ausgesetzt; er liegt im touristischen Zentrum,  ist Treffpunkt der Alkoholiker mit ihren Hunden und gleichzeitig Fußballfeld für Kinder.

Die Blumenzwiebeln sprossen zaghaft und wurden abgeknickt, der Rasen war von Müll und Hundekot verschmutzt. Von ca. 500 Pflanzen kamen 17 zur Blüte. Nach einer Reinigungsaktion wurden den Pflanzen “Aufmerksamkeitsleiter”, mit rotweiß markierter Farbe präparierte Stöckchen, beigestellt.

Bis zur Blütezeit habe ich Veränderungen mit 30 Zeichnungen dokumentiert,  wie die Strophen des Liedes SAH EIN KNAB… lesbar, die zur Ausstellung gezeigt wurden.

Der Grundfond für die Pflanzung stammte aus dem Wetteinsatz zum SCHNECKENWETTRENNEN, das zur Eröffnung des Naturschutzbundes in der Bundesvertretung Berlin stattfand.

Wer Blumenzwiebeln gespendet hat oder an der Pflanzung teilnahm, bekam eine Karte der Edition KLEINES RASENSTÜCK.

Mit der Postkarte kann man sich den Wunsch nach einem eigenen kleinen Rasenstück erfüllen. In handgeschöpftem Papier sind Grassamen eingeschlossen. Wenn man sie gießt, wächst etwas daraus.

Der Kreislauf zwischen Schnecken, Frühblühern und KLEINEM RASENSTÜCK wurde fortgesetzt.

SAH EIN KNAB_Zeichnung Kreislauf