MOMA GOES ON!

Performance / Video, Neue Nationalgalerie Berlin, 4.10. 2004

MOMA GOES ON

Vor den leeren Wänden der Neuen Nationalgalerie Berlin habe ich zu einer letzten Führung eingeladen, gerade nachdem die Blockbuster-Ausstellung mit Werken aus der Sammlung des MoMA New York in Berlin zuende gegangen war.

Nach über 300 Führungen während der siebenmonatigen Ausstellungszeit hatte sich mein Sprechen vor den Bildern verselbständigt. Ich finde Worte zu Werken, die nicht mehr da sind. Welche Bilder entstehen dabei im Kopf?

Der exclusive Rundgang durch die Neue Nationalgalerie offenbarte wie flüchtig die Anschauung der Werke ist, deren Musealisierung doch Dauerhaftigkeit suggeriert und stellte die Deutungshoheit über den Kanon der Moderne in Frage. Der Museumstempel wurde von einer sonst nur den Mitarbeitern vertrauten Seite gezeigt: als leeres abgewracktes Gehäuse mit abgelaufenem Teppich und blanken Schrauben in den verwaisten Wänden.

Der Rolle der Führung als Dienstleistung im Betriebssystem Museum wurde durch die Performance Werkcharakter verliehen. Brüche und Koinzidenzen zwischen gesprochenen Wort, kunsthistorischen Bezug, dem imaginären Bild, dem Filmbild und der Publikumsreaktion sind Konzept des Videos.

Konzeption: Ellen Kobe
Kamera: Axel Gerke
Ton: Alexander Prescher
Schnitt: Maude Fornaro Jouck
Musik: Modest Mussorgsky “Bilder einer Ausstellung”

Die Performance wurde mit freundlicher Unterstützung von Dr. Angela Schneider, Direktorin der Neuen Nationalgalerie Berlin, ermöglicht.

Presseartikel Berliner Zeitung