RE_PASSAGE!

Eine Performance von Ellen Kobe mit Kostümen der französischen Designerin Katell Gélébart in Zusammenarbeit mit dem Museum MARTa Herford und dem Arbeitskreis Recycling e. V. in Herford, 21.9. 2013

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In einem partizipativen Parcours werden die Gegenwelten Konsum und Recycling zwischen (klein-)städtischem und musealem zusammengeführt. Inhaltlich hat uns das epochale “Passagen-Werk“ von Walter Benjamin inspiriert: Im Paris Ende der 1920er Jahre begann er seine Schriften zu Zeit- und Raumbegriffen in der Moderne, zu den Wahrnehmungs- und Erkenntnisbedingungen in der Großstadt, zur Waren-Welt und den Bühnen ihrer Präsentation, zu denen auch die weitläufigen Passagen gehörten, in denen sich Innen- und Außenraum zu einem bewundernswürdigen Dritten verschränkten. Benjamins „Passage“ (französisch für „Durchgang“) findet ihre heutige Entsprechung in den „Shopping malls“, wo der Konsument sich in der Masse bewegt.

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Die Französische Ökodesignerin Katell Gelebart entwirft mit ihren Kleidern und Objekten eine Gegenwelt zum Konsum. Ihre Kreationen sind ausschließlich aus Recycling-Material hergestellt. Auch das französische Wort „repasser“ (dt. „bügeln“) ist im Titel RE_PASSAGE! enthalten, dass Altes, scheinbar Unbrauchbares, wird wieder „aufgebügelt“.

Aus Anlass der Verleihung des Recycling Design Preises im Museum Marta Herford werden in der Inszenierung Kleidungsstücke gezeigt, die ausschließlich aus Stoffen der Herforder Recycling Börse hergestellt wurden. Fünf Performer agieren unter der Regie von Ludger Lemper mit den Passanten, die in der Herforder Kulturnacht unterwegs sind.

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Gleich Schaufensterpuppen stehen die Performer im „Kiosk 24“ in erstarrter Pose. Mit dem Einsetzen der Musik lösen sie sich langsam und durchstreifen in einer improvisierten Choreographie die (Einkaufs-)passagen der Stadt und ziehen eine Blickspur nach sich bis zum Museum Marta Herford. Das historisch und städtebaulich heterogene Konglomerat der Herforder Innenstadt bildet die Bühne der Performance und der Fotos, die in das Forum des Museums projiziert werden. Schließlich agieren die Performer im Finale vor diesem Hintergrund, gleichsam als lebendiges „Bild im Bild“.

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